Schüler*innen-Kongress

1. Schüler*innen-Kongress
der Barbara-Schadeberg-Stiftung 2021

Schuelerinnen Kongress BSS - Digital

Die Idee

"Wie können wir Hass und Ausgrenzung in unserer Gesellschaft entgegentreten?"

Unter dieser Überschrift und mit dieser zugleich persönlichen Fragestellung fand am 25./26. März der 1. Schüler*innen-Kongress der Barbara-Schadeberg-Stiftung statt, der sich an aktive Schüler*innen in evangelischen Schulen richtete. Schon vorab hatten sich Schülergruppen mit ihren betreuenden Lehrer*innen aus folgenden Schulen angemeldet:

  • Evangelisches Gymnasium Bad Marienberg (Hessen-Nassau),
  • Melanchthon-Schule Steinatal (Kurhessen-Waldeck),
  • Evangelische Regelschule Gotha, Schulzentrum Mühlhausen und Spalatin-Gymnasium Altenburg (EKM- Evangelische Kirche in Mitteldeutschland) sowie
  • die fränkischen Wilhelm-Löhe-Realschule Nürnberg, die Laurentius-Realschule und das Laurentius-Gymnasium Neuendettelsau (Evangelisch-lutherische Kirche Bayern).

Die Idee des Kongresses bestand darin, die aktiven Schüler*innen mit engagierten Fachleuten und jungen Menschen in einen Austausch zu bringen, die, zum Teil wenig älter, bereits eigene Erfahrungen in Politik und Gesellschaft gemacht haben. Welche Wege sehen sie für ein gelingendes Miteinander, für mehr Menschlichkeit und Würde? Was sind ihre Anliegen, wie sieht ihre Praxis aus? Welche Vorschläge können sie einbringen? 

Aufgrund der pandemischen Situation wurde aus dem geplanten „Face to Face Austausch“ eine digitale Veranstaltung, die in der Immanuelskirche Bochum ihr technisch-organisatorisches Standbein hatte. Einige Gesprächspartner nutzten die Gelegenheit, um persönlich nach Bochum anzureisen und – unter Einhaltung der geltenden Distanzbedingungen – direkt dabei zu sein.

Digitale Veranstaltung in der Immanuelskirche Bochum

Die Vorbereitung

(Besuche, inhaltliche Absprachen mit den Schülern)

Mit der Kongressorganisation beauftragt war Jürgen Junker, Lehrer im Rhein-Main-Raum und zuvor Leiter des Programms Politische Bildung der Evangelischen Schulstiftung Erfurt. Er sprach im Vorfeld mit den Schülergruppen, teils vor Ort in den Schulen persönlich, teils digital auf Videokonferenzen, um Aktivitäten und Interessen der Lernenden zu ermitteln und auf dieser Grundlage die Einzelheiten des Programms zusammenzustellen und Gesprächspartner zu den Themenbereichen zu finden. 

Organisator Jürgen Junker
Kongress-Organisator Jürgen Junker in der Immanuelskirche

Das Programm

(Die Durchführung)

Die beiden Kongresstage sahen vor, sich 1. mit den Themen „Hate speech“ und Gewalt und unseren Reaktionsmöglichkeiten darauf zu beschäftigen, 2. mit Vorurteilen und Rassismus, 3. mit der Frage der Lebensrettung flüchtender Menschen im Mittelmeer und dem Engagement der Kirche dabei sowie 4. mit den Motivationen junger Menschen trotz Rückschlägen aktiv zu sein.

Zu den Gesprächspartnern beim Thema 1 gehörten Axel Schröder von der Initiative „hessengegenhetze“ aus Wiesbaden, der Nürnberger Journalist Christian Urban und der Erfurter Franz Zobel von der Opferhilfe „ezra“.

Bei Thema 2 konnten sich die Teilnehmer mit Mirjam Elomda, Aktivistin in der deutschen „black lives matter“-Bewegung, und der Journalistin Mo Asumang und ihrem Film „Mo und die Arier“ auseinandersetzen.

Beim 3. Thema diskutierte man mit der Fotografin Alea Horst und dem Pfarrer Rafael Nikodemus, der in der Rheinischen Landeskirche auch den Kontakt zu seawatch-4 hält.

Am 4. Thema waren Dr. Andreas Hollstein von der CDU Altena, Maurice Conrad von der Grünen Liste Mainz, Hulda Kalhorn von der Alternativen Liste Greifswald, Hibba Kauser von der SPD Offenbach sowie zwei Aktive aus dem Dannenröder Forst beteiligt.

Schülergruppen übernahmen bei allen Themen die Präsentation der Gesprächspartner, sowie Einleitung und Gesprächsführung. Über die Chatfunktion, aber auch mündlich, konnten sich an den beiden Tagen alle anderen direkt einschalten.

Alle Fotos vom Kongress: Wolfgang Wedel

Die Reaktionen der Schüler*innen

(Beiträge von den Homepages)

Die sehr positiven Reaktionen der beteiligten Schüler*innen kamen rasch und gezielt am Ende des Kongresses, mit verschiedenen Postings. Im Anschluss kam nach wenigen Tagen auch das Feedback aus den Schulen, oft von den betreuenden Lehrer*innen an die Organisatoren weitergegeben. Den beteiligten Schüler*innen hatten die Themen des Kongresses, die Diskussionen, die Gesprächspartner mit ihrem Engagement und den vielfältigen Aktivitäten und nicht zuletzt ihre eigene Mitarbeit gut getan. Auch die Gesprächspartner waren spontan voll des Lobs über die vorbereiteten und betreuenden Schülergruppen, die Fragen und Diskussionsbeiträge sowie über die Gesamtorganisation des Kongresses. Zusätzlich haben fast alle Schülergruppen kurze Berichte mit eigenen Fotos verfasst und auf ihre Schul-Homepage gestellt. Hier eine Auswahl: 

Aufrecht stehen gegen Hass und Ausgrenzung – Evangelisches Gymnasium Bad Marienberg (evgbm.net)

Erster digitaler Schüler*innen Kongress der Barbara-Schadeberg-Stiftung (melanchthon-schule.de)

Gegen Hass und Zwietracht (laurentius-gymnasium.de)

Schadeberg-Kongress: Aufstehen gegen Ausgrenzung und Hass (laurentius-realschule.de)

Schulleben an der MS (wls-nbg.de)

Ein Ausblick

Angesichts des sehr positiven Feedbacks aller Beteiligten ist die Barbara-Schadeberg-Stiftung dabei zu überlegen, einen zweiten Schüler*innen-Kongress durchzuführen.

Dass politisch-gesellschaftliche Bildung zum Kernauftrag aller Schulen und zu einem zentralen Anliegen evangelischen Bildungswesens gehört, ist dabei selbstverständlich. Was dazukommen muss und was beim ersten Kongress offenbar gelungen ist, ist das Interesse und das Engagement von Schülerinnen und Schülern zu bündeln und direkt in Planung und Umsetzung eines Kongresses einzubeziehen. Ebenso wichtig ist es Gesprächspartner zu finden, die wirklich Gesprächspartner sind.

Letztlich wird so ein Raum dafür geschaffen, dass sich Lernende ab dem 13./14.Lebensjahr schulform-, lernform- und schulübergreifend treffen und mit politisch und gesellschaftlich Aktiven zusammenkommen. Dass sie selbst politisch-gesellschaftlich in ihren Schulen bereits aktiv sind und welche weiteren Potentiale hier schlummern, können sie im Austausch erleben und miteinander diskutieren.